Donnerstag, 7. November 2013

Politisch korrekt 7: Das Puff mit dem Puff

Frau Bitter und Frau Bös schlendern der Langstrasse im Zürcher Kreis 4 entlang. Zahlreiche Leuchtschriften versprechen den schnellen Sex, leicht bekleidete Damen stehen an den Eingängen von dubiosen Bars, und dazwischen schleichen Männer jeden Alters und  jeder sozialen Schicht möglichst unauffällig herum.
„Das ist schon schlimm“, sagt Frau Bitter, als sie gerade einen Strip-Schuppen passieren und ihr Blick auf die Fotos der halbnackten Tänzerinnen neben der Tür fällt, „wenn man sich als Frau so verkaufen muss. Ich könnte das nie!“
„Oh, doch“, Frau Bös grinst ihre Freundin hämisch an, „glaub mir: wenn du keine andere berufliche Möglichkeit hättest, würdest du das auch machen. Ausserdem finde ich das gar nicht die schlimmste Art, sein Geld zu verdienen. Mich würde es viel mehr ankotzen, wenn ich die Villa von irgend so einem reichen Sack putzen oder an der Kasse eines Billig-Discounters sitzen müsste!“
Frau Bitters blaue Augen blicken ungläubig. „Spinnst du? Du würdest lieber nackt an einer Stange tanzen und dich von besoffenen Unbekannten begrabschen lassen?“
„Nein. Das ist mir zu doof. Ich würde dann schon das volle Programm bieten.“
Frau Bitter runzelt die Stirn und streicht sich eine braune Strähne aus dem Gesicht.
„Na, Sex natürlich!“, Frau Bös bleibt stehen und zeigt auf ein Fenster am Gebäude auf der anderen Strassenseite. „Weil, da bist du wenigstens nicht so ausgestellt. Du verziehst dich mit dem Typen einfach auf ein Zimmer, versuchst, selber ein bisschen Spass zu haben und kassierst dann ab – aber richtig. ICH wär teuer!“ Sie pustet sich ihren dunklen Pony aus der Stirn und schaut ihre Freundin herausfordernd an. Ein paar Männer haben sich zu den beiden Frauen umgedreht, weil Frau Bös’ Stimme natürlich wieder einmal ein wenig zu laut gewesen war. Frau Bitter fühlt sich unwohl, und setzt sich wieder in Bewegung, diesmal ist ihr Gang schneller als zuvor.
„Das kann ich nicht glauben, Marianne“, sie zieht sich die Kapuze ihres Parkas über den Kopf, um sich ein bisschen unsichtbarer zu fühlen. „Du würdest wirklich so mir nichts, dir nichts deinen Körper verkaufen? Das ist doch entwürdigend, eklig ist das!“
„Wieso eklig?“, Frau Bös packt ihre Freundin an der Schulter und zwingt sie so, etwas langsamer zu gehen, „hattest du etwa noch nie Sex?“
„Doch! Aber nicht für Geld! Und mit Männern, die ich mir selbst ausgesucht habe und die mir etwas bedeuten!“
Ein heiseres Lachen kommt aus Frau Bös’ Kehle, und erneut drehen sich Leute auf der Strasse nach ihr um. „Monika, bitte, jetzt tu nicht so romantisch! Sex ist einfach nur ein körperlicher Akt, der die Lust befriedigen soll. Nichts weiter!“
„Aber Sex ist kein Geschäft!“
„Doch, seit tausenden von Jahren, meine Liebe, seit tausenden von Jahren. Und warum soll man daraus nicht Profit schlagen, wenn man kann?“
Die beiden Mittdreissigerinnen kommen an einem Sex-Shop vorbei. Im Schaufenster sind Pornofilme mit klingenden Titeln ausgestellt.
Frau Bitter muss schlucken. „Wusstest du, dass in der Schweiz bereits 16-jährige in sogenannten Etablissements arbeiten dürfen? Sie können sich also quasi legal in den Schulferien ein Taschengeld als Prostituierte verdienen!“
„Ja, und? Ich finde das in Ordnung, wenn sie das wollen. Mit 16 bist du alt genug, um Entscheidungen zu treffen, in diesem Alter musst du dich ja eh für eine Ausbildung entscheiden. Und Nutte ist ein Beruf wie Coiffeuse oder Informatikerin – solange keine Frau zu diesem Beruf gezwungen wird, ist das doch völlig ok.“
„Und all die Frauen aus Ungarn oder der Ukraine, die von Schleppern gezwungen werden, hier in Zürich anzuschaffen?“
Frau Bös zuckt mit den Schultern. „Das ist eine Sauerei und Sache der Justiz. Ich sage ja: wenn Frauen zu irgendwas gezwungen werden, geht das gar nicht! Aber wenn sich jemand freiwillig dafür entscheidet, mit Sex sein Geld zu verdienen, dann geht das die anderen nichts an. Es ist nicht verwerflich, es hat nichts mit Moral zu tun, es ist keine Schande – es ist einfach ein Job!“
Am Helvetiaplatz verabschieden sich die beiden Frauen, denn sie müssen beide in unterschiedliche Richtungen. Frau Bitter steigt ins Tram, Frau Bös durchquert weiter das Rotlicht-Viertel.
Plötzlich tritt ihr ein älterer Herr mit Bierbauch, randloser Brille und schütterem Haar auf dem Trottoir entgegen. „Hey! Wieviel?“, zischt er ihr zu.
Frau Bös bleibt ruckartig stehen und blitzt den Mann mit ihren schwarzen Augen an. „Was fällt dir eigentlich ein, du verdammter Lustmolch!!!!“, schreit sie los, das Gesicht puterrot, „sehe ich etwa aus wie eine scheiss Hure??!!! Sehe ich aus, als würde ich es freiwillig mit dir treiben wollen???!!!! Willst du etwa behaupten, dass ich hier billig rumlaufe und meine Titten raushängen lasse??!!“, sie klopft sich mit beiden Händen auf die Brust. Dem älteren Herrn ist die Sache sichtlich peinlich, er spürt die Blicke der anderen Passanten auf sich und geht schnellen Schrittes wortlos davon.

„Quatsch mich ja NIE MEHR an!!!“, schreit ihm Frau Bös völlig ausser sich hinterher, „und geh gefälligst in ein Puff, aber sicher nicht zu einer anständigen Frau wie mir!!! DU SAUHUND!!!!!!!!!“

2 Kommentare:

  1. SAUHUND, LUSTMOLCH, DRECKSACK, SPRITZER, PORNLÜMMEL, DOM-SCHWÄNGEL, MONSTER-DIDDEL. HEIA-DÖDEL............. ich will frau sein - und sonst garnix mehr - und der Herrgott schenke mir die Chuzpe von Frau Schwarzer, die Millionen an der Steuer vorbei in der Schweiz deponierte. So wie es halt viele AckerMänner auch taten und damit viele viele Blondies finanzierten..... und die sind voll drauf abgefahren. Träumt weiter.... UND QUATSCHT MICH NIE MEHR AN!

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